
Diäten versprechen viel – halten aber wenig.
Gerade vor der Fastenzeit oder zu Jahresbeginn boomt die Diät- und Schönheitsindustrie wieder. Sie lebt von der Hoffnung auf schnelle Lösungen und davon, dass Menschen glauben, mit ihrem Körper stimme etwas nicht.
Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht lohnt sich jedoch ein genauer Blick:
Welche Kriterien müsste eine Diät eigentlich erfüllen, um sinnvoll zu sein?
1. Wirksamkeit muss wissenschaftlich belegt sein
Eine seriöse Methode zur Gewichtsreduktion sollte in klinischen Studien überprüft worden sein. Einzelne Erfahrungsberichte oder Vorher-Nachher-Bilder reichen dafür nicht aus.
2. Langfristige Wirkung ist entscheidend
Kurzfristiger Gewichtsverlust ist kein Qualitätsmerkmal.
Entscheidend ist, ob die Wirkung auch nach mindestens einem Jahr noch anhält.
Viele Diäten zeigen schnelle Erfolge – doch langfristig kommt es häufig zum Jo-Jo-Effekt. Das Gewicht steigt wieder an, oft sogar über das Ausgangsgewicht hinaus.
3. Gesundheitliche Parameter sollten sich verbessern
Eine sinnvolle Intervention sollte nicht nur das Gewicht beeinflussen, sondern auch:
- Labor Parameter wie Blutzuckerwerte (z. B. bei Diabetes mellitus), Blutfette,..
- bestehende Symptome oder Begleiterkrankungen
Gewichtsverlust allein ist kein Garant für Gesundheit.
4. Nebenwirkungen (körperliche und psychische) müssen gering und bekannt sein
Viele Diäten gehen mit Nebenwirkungen einher:
- Heißhunger
- Muskelabbau
- Konzentrationsprobleme
- Müdigkeit
- psychische Belastung
- sinkendes Selbstwertgefühl
Fast immer wird jedoch über diese Nebenwirkungen nicht berichtet bzw. sind die meisten Mode-Diäten ohnehin nicht gut untersucht.
5. Kosten und Nutzen sollten in Relation stehen
Teure Programme, Pulver oder Supplements sind kein Qualitätsmerkmal.
Gerade wenn versprochen wird Nahrungsergänzungsmittel XY hilft zur Gewichtsabnahme, sollte man skeptisch werden. Ein Nahrungsergänzungsmittel alleine führt nicht zu einer Gewichtsreduktion oder zur Reduktion von Heisshunger. Die Thematik ist viel komplexer.
Warum Diäten scheitern
Nicht, weil Menschen „zu wenig Disziplin“ haben, sondern weil Diäten:
- Verbote erzeugen
- Stress auslösen
- den Körper in einen Mangelzustand versetzen
- langfristig nicht alltagstauglich sind
Fazit
Für mehr Gesundheit braucht es:
- keine Diät – es braucht regelmässige und nährende Mahlzeiten
- keine Verbote – es braucht Genuss und Kontakt mit den eigenen Körpersignalen
- keinen Detox – unser Körper entgiftet von selbst wenn wir ihn nicht stressen
Wenn du merkst, dass dich der Diätdschungel überfordert (was absolut verständlich ist) und du Unterstützung brauchst, melde dich gern bei mir. Ich freue mich auf dich. 🙂
Quelle: Quelle: Handbuch Essstörungen und Adipositas. Stephan Herpertz, Martina de Zwaan, Stephan Zipfel. 2. Auflage. 2015
