Entspannt Essen in der Adventszeit

Die Adventszeit bringt viele schöne Dinge mit sich: Kerzenlicht, der Duft von frisch gebackenen Keksen, gemütliche Abende. Oft aber auch Hektik, Stress und das Gefühl: „Jetzt darf ich mich nicht gehen lassen.“ Als Diätologin liegt mir ein entspanntes und genussvolles Essen sehr am Herzen. Hier sind meine Gedanken dazu, wie du die Weihnachtszeit essenstechnisch ohne Druck und schlechtes Gewissen genießen kannst.

Warum gerade in der Adventszeit ein entspannter Umgang mit Essen so wichtig ist

Zwischen Arbeit, Weihnachtseinkäufen, Feiertagsplanungen und gesellschaftlichen Anlässen braucht dein Körper Energie und keine Restriktion.

Dennoch beobachte ich oft, dass viele Menschen gerade in dieser Zeit Mahlzeiten auslassen oder sich stark einschränken, um Kilokalorien zu ‚sparen‘, in der Hoffnung, ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, wenn sie bei Feiern mehr essen.

Es ist jedoch so, dass durch Mahlzeiten auslassen und starke Restriktionen der Heisshunger zunimmt und man sich, wenn man ausgehungert ist, eher überisst bei einer Mahlzeit. Im ausgehungerten Zustand fällt das Achtsame essen auch besonders schwer, was das Stoppen einer Mahlzeit bei Sättigung zusätzlich erschwert.

Auch Emotionen und Gewohnheiten spielen in der Advents- und Weihnachtszeit eine große Rolle. Essen ist in dieser Zeit eng mit Tradition, Heimatgefühl und Geborgenheit verbunden: der Duft von Weihnachtskeksen, das gemeinsame Essen mit der Familie, typische Festtagsgerichte oder der jährliche Besuch von Weihnachtsmärkten mit Freund:innen. Genau diese Momente machen die Zeit oft besonders stimmungsvoll und es ist absolut ok in dieser Zeit auch genau diese besonderen Mahlzeiten, Kekse, etc. zu geniessen. Wenn man sich diese Dinge gönnt, kann man parallel trotzdem ausgewogene Mahlzeiten einbauen. Das eine schliesst das andere nicht aus. Die Verbote würden wieder dazu führen, dass früher oder später Heißhunger auftritt. Auch ständige Essensgedanken an das „Verbotene“ sind möglich und verursachen Stress.


Hier sind typische Stolpersteine und wie du sie in entspannte Gewohnheiten umwandelst:

❌ Nicht wünschenswert

  • Du isst den ganzen Tag nichts, nur um dein schlechtes Gewissen zu beruhigen und gehst dann Abends völlig ausgehungert zur Weihnachtsfeier.
  • Du backst „gesunde“ Kekse, obwohl sie dir nicht schmecken nur weil du Zucker oder Weißmehl vermeiden willst.
  • Du sagst zu allen Einladungen „ja“, obwohl dein Kopf und Körper gerade Ruhe bräuchten.
  • Nach Feierlichkeiten hast du das Gefühl, zu viel gegessen zu haben, und bekommst deswegen ein schlechtes Gewissen.
  • Du überlegst nach jedem Keks wie du diesen wieder abtrainieren kannst.

✅ Stattdessen empfehle ich

  • Iss regelmäßig und ausgewogen, um Energie und Stabilität zu bekommen. So kannst du Abends bewusst genießen, ohne Heißhunger.
  • Wähle Lebensmittel, die dir wirklich Freude machen. Genuss ist Teil einer gesunden Ernährung. Wenn dir „gesunde“ Kekse nicht schmecken, erspar dir den Zwang.
  • Höre auf deinen Körper und deine Bedürfnisse. Sag bewusst „nein“, wenn dir etwas zu viel wird und gönn dir Ruhephasen.
  • Erlaube dir bewussten Genuss, ohne Schuldgefühle. Es gibt keinen Grund, sich nach Feiern schlecht zu fühlen wenn du insgesamt auf deine Balance achtest.
  • Bewege dich so, wie es dir guttut. Wenn dein Stresslevel gerade sehr hoch ist und du dich nach Ruhe sehnst, dann tut dir vielleicht ein Spaziergang grad besser als ein HIT Training.

Praktische Tipps für ein entspanntes Essverhalten im Advent

  1. Plane deine Mahlzeiten
    Regelmässige Mahlzeiten über den Tag verteilt helfen, ohne großen Aufwand, ausgewogen zu essen. So verhinderst du starken Hunger und Heißhunger-Anfälle.
  2. Hunger achten und bewusst essen
    Versuch, auf dein Hungergefühl zu hören — iss, wenn du hungrig bist, denn dann braucht dein Körper Energie. Besonders an stressigen Tagen hilft Achtsamkeit beim Essen. Essen müssen wir ohnehin und wenn wir beim Essen Achtsamkeit einbauen können, umso besser, da die Achtsamkeit deinen Stresslevel reduzieren kann.
  3. Genuss statt Verbote
    Wenn du Lust auf ein Stück Lebkuchen hast, genieß es.
  4. Bewegung mit Freude
    Bewegung soll dich unterstützen, nicht belasten. Wenn du Ruhe brauchst gönn dir lieber einen Spaziergang statt intensiven Sport, wenn dir danach ist.

So kann ein entspannter Tag im Advent aussehen:

  • Du startest den Tag mit einem Frühstück welches dir alle wichtigen Nährstoffe liefert und dir schmeckt – z.B.: Haferbrei mit Obst, ein Brot/Brötle mit Aufstrich,.. ein Joghurt mit Granola und Früchten,..
  • Gegen Mittag isst du deine nächste sättigende Mahlzeit.
  • Nachmittags merkst du, dass du dich bewegen möchtest und machst einen längeren Spaziergang.
  • Da du weisst, dass du heute noch eingeladen bist zum Abendessen und es daher sehr spät erst Essen geben wird und du am Nachmittag leichten Hunger verspürst isst du einen Snack, damit du nicht voll ausgehungert zur Feier gehst.
  • Abends gehst du entspannt zur Feier. Du kannst dich gut auf Gespräche konzentrieren, da du nicht völlig ausgehungert bist und isst mit Genuss das Menü welches es dort gibt.
  • Weil du dir den ganzen Tag nichts verboten hast, schaffst du es beim Dessertbuffet nur eine kleine Portion zu nehmen und geniesst diese ohne Heisshunger und ohne Verzicht.

Warum das genau jetzt gut für dich ist

Ein entspanntes Essverhalten hilft nicht nur, in der Weihnachtszeit Ruhe zu bewahren es gibt dir auch langfristig Stabilität. Statt kurzzeitiger „Diät“-Denke oder restriktiver Essensregeln erzielst du dauerhafte Zufriedenheit und ein gesundes Verhältnis zum Essen.

Als Diätologin begleite ich dich gern auf diesem Weg. Wenn du merkst, dass dir alte Muster schwerfallen oder du Unterstützung bei der Umsetzung brauchst melde dich bei mir. Ich freue mich auf dich und wünsche dir schon einmal eine entspannte und genussvolle Adventszeit.


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